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Invention Design als Zeichen der steten Veränderung, aber auch der Befähigung unsere Umgebung und zukünftigen Alltag neu zu definieren. Durch das Auseinandersetzen mit der Frage welche Innovationen das Leben der Menschen in 10 Jahren verbessern und schöner Gestalten können, soll die Sicht auf Technologien, deren Potential und ihren Entwicklungs- verlauf geschärft werden.

Während andere Kurse ihren Fokus auf die gegenwertigen Nutzergruppen und deren Bedürfnisse legen, dürfen in Invention Design neben realisierbaren auch zukünftige Konzepte angedacht und ausgearbeitet werden. In vielen Szenerien wird einem hinsichtlich der Zukunft ein Bild vermittelt, indem alles aus Bildschirmen, Touchoberflächen und Projektionen besteht. Von dieser Vorstellung wollten wir uns etwas distanzieren und uns stattdessen auf die Wahrnehmung abseits unseres Sehvermögens konzentrieren. Anhand des Hypecycles, der Trendkurve von Technologien, fiel uns der Begriff „3D-Scanning“ auf. Dieser Bereich findet gerade in der Automobilindustrie und der Navigation, bsw. durch das autonome Fahren, große Begeisterung.

Zielsetzung

Somit setzten wir uns als Ziel, Sehen durch eine andere Art von Gefühl/Feedback greifbar und verständlich zu machen. Das Ergebnis sollte dabei sein, eine Personen blind, selbstständig und lediglich mit unserem System ausgestattet, durch ein Labyrinth zu führen. In diesem Sinne beschäftigten wir uns zunächst einmal mit der Frage, wie bzw. was nimmt der Mensch überhaupt von seiner Umgebung wahr? Mit dieser Frage begann die Grundlagenforschung über die menschlichen Empfindungen.

Neben der idealen Positionierung unserer ersten Prototypen am menschlichen Körper untersuchten wir auch unterschiedliche Reiztypen. Nach einigen Versuchen erwies sich der Arm, oder genauer gesagt der Unterarm als optimale Lösung. Nicht nur aufgrund der Empfindlichkeit des Unterarms, auf dem unser System sein Feedback übermittelt, sondern auch auf Basis von Verhaltensmustern. Sind Menschen plötzlich in ihrer Sehfähigkeit eingeschränkt, ist es ein natürliches Verhalten, sich mit den Armen tastend fortzubewegen. Anhand der Tatsache, dass der Nutzer durch unser System in seinem natürlichen Verhalten nicht eingeschränkt wird und die Gegenstände durch ein Signal wahrnehmen kann zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Das Ergebnis unserer Arbeit

Nach einer Reihe von zum Teil sehr unterschiedlichen Prototypen und Nutzertest entschieden wir uns für zwei Arten von Feedback, dem haptischen und akustischen. Um dem Nutzer ein Gefühl dafür zu geben, wie weit entfernt er sich von einem Objekt befindent, wurden an der Innenseite eines Handschuhs drei Vibrationsmotoren eingearbeitet. Nähert sich die Person nun einem Gegenstand beginnen die Motoren im Handschuh zu vibrieren. Dabei wandert das Gefühl im Arm immer weiter Richtung Handfläche je näher der Nutzer dem Objekt kommt. Sowohl die Intensität als auch die Distanz, also ab wann zum ersten mal vor einem Objekt das Vibrieren beginnen soll, lässt sich individuell einstellen.

Alternativ oder unterstützend wurde auch ein akustisches Feedback mit bedacht, welches dem selben Prinzip folgt wie das Vibrationssignal. Nähert sich eine Person einem Objekt ertönt ein Signal über die Kopfhörer, das je nach Entfernung seine Intensität und sein Intervall verändert. Auch diese Faktoren lassen sich individuell vom Benutzer anpassen. Befindet sich nun ein Objekt außerhalb des eingestellten Bereiches, gibt es immer noch die Möglichkeit eine „Distanzabfrage“ zu machen, um zu Erfahren ob nicht doch irgendwo ein Hindernis kommt.

Zukunftsvisionen

Wie zu Beginn bereits erwähnt, soll das Fach Invention Design nicht nur die derzeitigen Möglichkeiten im Fokus haben, sondern auch Zukünftige. Aus diesem Grund haben wir uns mit einer Bandbreite an Technologien zu diesem Bereich auseinander gesetzt und ein Konzept ausgearbeitet, wo wir diese in fünf bis zehn Jahren sehen. Dadurch entstand ein Armband, welches mit Hilfe von Brailleschrift-Stiften die jeweils im „Sichtfeld“ liegende Umgebung abbildet. Hinzukommend wurde noch eine Navigationleiste angedacht, welche die Oberfläche des Armbandes horizontal in in zwei Teile teilt. Der Untere Bereich repräsentiert dabei die Navigation. Die Position des Nutzers wird dabei als Punkt in der Mitte der Navigationsleiste dargestellt. Muss die Person nun in einiger Entfernung links abbiegen, so wandert eine Reihe von Stiften langsam in Richtung Mitte. Sobald diese die Mitte erreicht haben, muss man links abbiegen, die Person muss dazu lediglich die Finger jeweils neben dem Mittelpunkt positionieren.

Projektpartner

Pascal Ruppert
Marvin Overmeyer

Betreuer

Prof. Jörg Beck
Adrian Jehle

Tools

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